Rohstoffe für Emulsionen (Aufbau einer Emulsion Teil 2)

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Aufbau einer Emulsion, Teil 2: Rohstoffe für Emulsionen

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Öle

Pflegeöle werden gerne in zwei Kategorien eingeteilt, Basisöle und Wirkstofföle. Bei einigen Ölen ist der Übergang fließend. Man kann sie sowohl als Basis- als auch als Wirkstofföl einsetzen, aber lasst euch darüber keine grauen Haare wachsen. Für den Anfang ist es einfacher, kategorisch zu denken und wenn du es erst mal verstanden hast, kommt der Rest von selber.

Pflegeöle = Basis- und Wirkstofföle

Basisöle

Unter Basisölen fasse ich alle Öle zusammen, die hitzebeständig und eher günstig in der Anschaffung sind. Sie haben pflegende Eigenschaften und es gibt sie für jeden erdenklichen Hautzustand. Ein Basisöl oder eine Mischung aus mehreren Basisölen machen den Löwenanteil der Öl- bzw. Fettphase (s.o.) einer Emulsion aus, es sollte also mit Bedacht ausgesucht werden.

Anbei ein paar der gängigsten Basisöle und ihre wichtigsten Einsatzmöglichkeiten.

  • Jojoba-, Rizinus-, Pfirsichkern- oder Mandelöl bei normaler bis leicht trockener Haut, für die Haut jeden Alters
  • Aprikosenkern-, Babassuöl bei rissiger, trockener, empfindlicher und Mischhaut, auch mit Unreinheiten
  • Raps-, Sesamöl bei rissiger, trockener, reifer und Mischhaut
  • Hanf-, Reiskeim- und Jojobaöl bei fett-trockener Haut mit Neigung zur Akne und Unreinheiten
  • Traubenkernöl bei fetter, reifer und Mischhaut, auch mit Unreinheiten, bei jugendlicher Akne
  • Oliven-, Avocadoöl bei sehr trockener, rissiger und reifer Haut
  • Avocadoöl, Hanföl bei Neurodermitis und Schuppenflechte

Der absolute Allrounder unter den Ölen ist streng genommen kein Öl sondern flüssiges Wachs, aber wir nennen es der Einfachheit halber weiterhin Öl, das Jojobaöl. Wenn ich nur ein einziges Öl haben dürfte, wäre es Jojobaöl. Es hält ewig, ist geruchsneutral und kann somit auch als Basis für selbstgemachte Duft- und Massageöle dienen, es pflegt die Haut, zieht tief in sie ein, festigt das Bindegewebe, verbessert die Feuchtigkeitsbindung und beugt Faltenbildung vor. Wenn du dich also nicht so recht entscheiden kannst, rate ich dir zu Jojobaöl, damit mchst du nichts falsch.

Wirkstofföle

Unter Wirstoffölen fasse ich alle Öle zusammen, die temperaturempfindlich sind und in ganz geringer Konzentration große Wirkung erzielen. Ich bezeichne sie ungern als teuer, wenn auch ihr Preis teilweise deutlich über dem von Basisölen liegt. Dafür hat man länger an ihnen, weil man viel weniger davon braucht. Anbei ein paar der gängigsten Wirstofföle und ihre wichtigsten Einsatzmöglichkeiten.

  • Arganöl bei trockener und reifer Haut, jugendlicher Akne, Anti-Aging, auch bei Neurodermitis und Schuppenflechte
  • Wildrosenöl bei Pigmentstörungen, Narben, Couperose, Schuppenflechte, Anti-Age, auch bei jungen Gesichtern mit ersten Problemen
  • Nachtkerze bei Schuppenflechte und Neurodermitis
  • Macadamianuss-, Borretschsamenöl bei extrem trockener, geschädigter Haut
  • Die kleine Wunderwaffe Cacay-Öl ist für jede Haut gut geeignet, versorgt sie mit Feuchtigkeit, beigt Pickeln vor, hilft beim Anti-Aging und und und. Ich habe Cacay-Öl bereits einen kompletten Artikel gewidmet, weil ich es so gut finde. Schau mal hier, wenn’s dich interessiert: Cacay-Öl, der letzte Schrei.

Einen wirklichen Allrounder gibt es unter den Wirkstoffölen nicht, man muss sie nach eigenen Bedürfnissen aussuchen. Wenn ich persönlich mich für eins entscheiden müsste, würde ich zu Cacayöl greifen.

Hinweis Wirkstofföle sind zwar ebenfalls Bestandteile der Ölphase (s.o.), sollten aber nicht mit erhitzt werden. Ich füge sie gerne erst am Schluss hinzu, wenn die Emulsion schon etwas abgekühlt ist.

Konsistenzgeber

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Konsistenzgeber machen eine Creme griffig und »streichfähig«. Sie lassen sich grob in 2 Kategorien einteilen: In Fette und Wachse , die allesamt öllöslich sind, also mit in der Ölphase eingeschmolzen werden. Eine Sonderstellung unter den Konsistenzgebern sind die Gele bzw. Gelbildner, die wasserlöslich sind.

Fette

Konsistenzgebende Fette sind nichts anderes als feste Öle, z.B. Kakao- und Sheabutter wie ihr sie bereits von der Bodybutter kennt. Sie wirken hautpflegend, härten allerdings weniger stark als Wachse, weshalb man sie häufig mit einem weiteren Konsistenzgeber kombiniert. In Cremes sollten sie grundsätzlich sparsam verwendet werden, weil sie die Haut nicht nur pflegen, sondern auch verstopfen können.

Mangobutter und Sheabutter

Mango- und Sheabutter sind gute Konsistenzgeber für Cremes und Lotions

Anbei die gängigsten Fette und ihre Einsatzmöglichkeiten.

  • Sheabutter, die Mutter aller Buttern ist ein ganz hervorragender Zusatz für sahnige Cremes mit hoher Pflegewirkung. Sie macht sich sehr gut bei trockener oder geschädigter Haut, auch bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte, bei reifer Haut und in Nachtcremes.
  • Mangobutter ist meiner Meinung nach etwas universeller als Sheabutter einsetzbar, sie ist leichter, nicht so fettig und fühlt sich irgendwie frischer, feuchter auf der Haut an als Sheabutter. Allgemein wird sie bei spröder und rissiger Haut angepriesen, ich finde allerdings, Mangobutter ist auch super für normale Haut geeignet. Auch bei Kids und jungen Erwachsenen.
  • Kakaobutter ist gut geeignet für Bodybutter und -lotions, bei sehr trockener oder reifer Haut und in Nachtcremes. Sie hinterlässt meiner Erfahrung nach einen leichten Fettfilm, weshalb ich persönlich sie in Gesichtscremes meide. Sie tendiert auch dazu die Poren (im Gesicht) zu verstopfen, was zu Hautunreinheiten führen kann. Als Körperbutter finde ich sie hingegen super!
  • Cupuaçubutter riecht ein bisschen nach Schokolade, hat aber sonst wenig mit Kakaobutter gemein. Sie ist nämlich schön leicht, zieht super schnell ein, stärkt die Barriereschicht, hält die Feuchtigkeit und reguliert den Fetthaushalt der Haut. Ich mag sie sogar noch ein wenig mehr als Mangobutter, weil sie weniger »schmalzartig« ist und auch keine Ölkristalle bildet, wenn man sie falsch erhitzt. Sie ist gut für empfindliche, trockene und normale Haut geeignet. Auch bei Kids und jungen Erwachsenen.

Dürfte ich nur ein Fett auswählen, fiele meine Wahl auf Mangobutter. Sie ist universell einsetzbar, einfach zu verarbeiten und pflegt ausreichend.

Wachse

Wie Fette verhelfen auch Wachse einer Creme zu einer festeren Konsistenz und schützen die Haut durch einen angenehmen Schutzfilm.

Beerenwachs von CMD

Beerenwachs von CMD Kosmetik, eins meiner Favoriten!

Anbei die gängigsten (pflanzlichen) Wachse und ihre Einsatzmöglichkeiten.

  • Beerenwachs ist ein „weiches“ Wachs, es schmilzt bereits bei etwa 50°C. Wie alle Wachse hat es so genannte »co-emulgierende Eigenschaften«, was soviel bedeutet wie, es hilft Öl- und Wasser in der Emulsion zusammen zu halten. Dadurch wird die Creme stabiler. Beerenwachs hinterlässt ein leichtes Hautgefühl.
  • Rosenwachs ist purer Luxus. Es hat einen Schmelzpunkt von ca. 60°C. Es duftet deutlich nach Rose und hinterlässt ein ultra geschmeidiges Hautgefühl.
  • Carnaubawachs ist das härteste aller mir bekannten Wachse. Sein Schmelzpunkt liegt bei etwas über 80°C. Ich verwende es in meinen Deosticks, damit sie auch im Sommerurlaub bei über 40 Grad Haltung bewahren. Es ist auch für Bodybutter und Lippenstifte geeignet, ich persönlich würde es nicht in Emulsionen verarbeiten, da es leicht klumpt und beim Abkühlen Stückchen hinterlassen kann.

Gele

Du kannst auch Gele als Konsistenzgeber einsetzen. Das macht die Creme ein wenig puddingmäßig, was mir persönlich nix ausmacht. Da gehen die Meinungen jedoch auseinander.

Aloe Hair Moisturiser ohne Silikone | Schwatz Katz

Aloe Gel

Anbei meine Gelfavoriten und ihre Einsatzmöglichkeiten.

  • Aloe Vera Gel, spendet Feuchtigkeit, unterstützt die Wundheilung, wirkt gegen Juckreiz, hilft trockener Haut geschmeidig zu werden und und und. Aloe Vera Gel gibt es in Pulverform zum Anrühren (empfohlen) oder als fertiges Gel. Man kann beides nehmen.
  • Xanthan transparent, Guarkernmehl und Natrosol sind Gelbildner, die ich sehr gerne benutze. Sie machen, wie der Name vermuten lässt, aus Wasser Gel. Gelbildner kann man manchmal auch als »Emulgatorersatz« verwenden, z.B. in meinem Make-Up Entferner oder im Deo-Roller. Fakt ist allerdings, sie emulgieren nicht wirklich, sondern bilden aus Wasser und Öl eine Paste, sodass sie sich nicht mehr teilen. Natrosol ist wie Guarkernmehl weniger klebrig als Xanthan. Man braucht auch weniger als von Guarkernmehl. Allerdings muss man es vorsichtig lösen (am besten in Alkohol oder Pentylene Glycol). Dafür macht es wirklich schöne Gele.
  • Hyaluronsäure ist ebenfalls ein so genannter Gelbildner, allerdings ist das Gel recht flüssig, weshalb man es mit weiteren Gelbildnern andickt, um konsistenzgebende Eigenschaften zu erreichen. Hyaluronsäure ist unbestritten einer der besten Feuchtigkeitspender überhaupt. Ich habe ihr bereits einen ganzen Artikel inklusive Rezept gewidmet: Hyaluron Gel & Serum Basisrezept. Das Serum kann man in Cremes verarbeiten, ich persönlich finde es allerdings sinnvoller, es einfach vor der Tagespflege pur aufzutragen.
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Rühren einer Emulsion

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Emulgatoren

Emulgatoren sind rezeptabhängig. Ich rate dir, dich an die Empfehlungen im jeweiligen Rezept zu halten. Ich versuche in meinen Rezepten möglichst nur palmölfreie Emulgatoren zu verwenden.

Wasser

Die Wasserkomponente ist genau das, Wasser. Man kann dem Wasser alle möglichen Wirkstoffe unterjubeln, aber grundsätzlich reden wir von ganz normalen Wasser. Theoretisch kann man sowohl abgekochtes Leitungswasser als auch Mineralwasser verwenden, allerdings möchte man in der Kosmetik weder Kalk noch Mineralien oder Baketerien im Wasser haben. Besser geeignet ist entmineralisiertes, chemisch reines, destilliertes Wasser oder aber Pflanzenhydrolate.

Wie du Hydrolate und destilliertes Wasser einfach selbst herstellst, habe ich im Artikel Hydrolate selbermachen ohne Destille aufgeschrieben.

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Konservierer

Emulsionen müssen konserviert werden, sonst vergammeln sie nach wenigen Tagen. Schuld daran sind Bakterien, Hefen und Pilze. Meine Lieblingskonservierung ist streng genommen gar keine Konservierung, sondern ein Feuchtigkeitsspender (Pentylene Glycol), der mit einem Pflanzenextrakt (Magnolienextrakt) vermischt, die wohl sicherste Konservierung beim Selbermachen bietet! Ich bin so begeistert, dass ich „MagnoKons“ einen eigenen Artikel gewidmet habe, der alle Fragen klären sollte!

Wer andere Konservierer benutzen möchte, kann das gerne machen. Folge dann einfach der Packungsanweisung oder orientiere dich an meinen Vorschlägen auf Selbstgemachte Naturkosmetik haltbar machen.

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Bezugsquellen für kosmetische Rohstoffe

Hinweis Alle folgenden Links sind Partnerlinks. Wenn du sie klickst und etwas darüber kaufst, erhält die Katz prozentual eine kleine Vergütung. Dir entstehen dadurch keinerlei Mehrkosten, du zahlst ebensoviel wie du sowieso bezahlen würdest =^.^=

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Bitte stelle vor dem Nachmachen sicher, dass du gegen keinen der Inhaltsstoffe allergisch bist. Siehe dazu auch den nächsten Abschnitt „Haftungsausschluss“.

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Aus rechtlichen Gründen muss ich darauf hinweisen, dass ich weder Medizinerin noch Kosmetikerin bin. Alle von mir auf Schwatz Katz getroffenen Aussagen über Wirkungsweisen und Eigenschaften der einzelnen Rohstoffe und Rezepte ergeben sich aus meinen persönlichen Erfahrungen bei ihrer Verwendung. Sie dienen der Information und dem Zeitvertreib und stellen in keiner Weise Heilversprechen dar. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass weder Linderung von Problemen oder gar Krankheiten garantiert oder versprochen werden. Die Inhalte können keine persönliche Beratung, eine Untersuchung oder Diagnose durch einen Arzt oder Therapeuten ersetzen und du solltest meine Information auch nicht dazu nutzen, Eigendiagnosen zu stellen oder dich selbst zu therapieren! In anderen Worten, wenn du meine Rezepte nachmachst, tust du es auf eigene Gefahr.

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