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Nachhaltig ausmisten

Finding Zen. Wohin mit allem

Finding Zen. Wohin mit allem | Schwatz Katz

Zwei Wochen ist es nun her, als ich mit meiner persönlichen Ausmisten-Challenge begonnen habe. Man kann es der Wohnung noch nicht wirklich ansehen, dass sie leerer geworden ist, aber ich kann schon ab und zu die Freiheit riechen! Sie sitzt zum Beispiel da hinten in meinemr Bücherregalwand, wo es nach zehn vollgestopften Jahren so viel Platz gibt, dass ich mir überlege, ob ich vielleicht 1-2 Billy-Boys entsorge! Apropos platzsparende Lesealternativen, Sag mal, Lara geht weiter ist und ist weiterhin als eBook für Kindle, Tolino und andere Reader erhältlich.

Finding Zen. Wohin mit allem | Schwatz Katz

Der erste Schwung Verkaufskisten ist bereits auf dem Weg zu mehr Aufmerksamkeit

Bücher

Früher habe ich mich wirklich schwer getan, mich von Büchern zu trennen. Ich dachte immer so ein Bücherregal sei auch dazu da, dass Leute, die einen besuchen, sich ein gewisses Bild machen können. Später habe ich dann festgestellt, dass die meisten Menschen den obligatorischen Steppenwolf und Konsorten gar nicht gelesen haben, die Bücher standen nur da, weil irgendwer es von irgendwem erwartete. Mit anderen Worten Buchrückenattrappen hätten es auch getan und wären beim Umzug nicht so ins Gewicht gefallen ;D

Deshalb habe ich schon am Ende meiner Studienzeit damit begonnen, Bücher immer wieder mal wegzugeben und Leute, die sich aufgrund meines Bücherregals ein Bild von mir machen wollten, zu belächeln. Was man nicht im Kopf hat, steht auch nicht im Regal, mein Freund! Dieser Schritt ist mir also auch diesmal nicht so schwer gefallen, ich habe mich eher gewundert, wie viele Bücher sich im Laufe der Zeit so ansammeln.

Lustig war auch zu sehen, wie viele Leute dir Bücher schenken, wenn sie nicht wissen, was du sonst magst und welche Bücher welche Freunde schenken! Es gibt z.B. jemanden in unserem Bekanntenkreis, der es geradezu schrecklich findet, dass ich „Bücher morde“, weil ich sie nicht nur weggebe, sondern darüberhinaus knicke oder in der Wanne lese (wo denn auch sonst?). Von dieser Seite kamen dann in fröhlicher Regelmäßigkeit „Bücher über Bücher“ oder Bücher, die man seiner Meinung nach dringend gelesen haben muss. Ich habe mich dann gerächt und ihm ein Buch über Veganismus geschenkt, mit dem er ebensowenig anfangen kann wie ich mit seinen Erziehungsmaßnahmen. Message delivered!

Um das Thema Bücher abzuschließen, ich habe nach der ersten Durchsicht 3 Kisten Bücher und Hörbücher ausgemistet, die ich spende (s.u. Wohin mit alten Büchern), 1 Kiste in der Tonne entsorgt (vorwiegend entstellte und „gemordete“ Exemplare mit Wasserflecken und Eselsohren… muaaaahahhhahhaaaa!) und eine weitere Kiste zum Weiterschenken aufgehoben. The Män überlegt, ob er „für die guten Bücher“ auf Arbeit so etwas wie ein offenes Bücherregal einrichtet. Einfach ein Fach, wo jeder Bücher herausholen und/oder hineintun kann. So muss kein Kollege bestürzt sein, weil man ihm plötzlich 20 Bücher in die Hand drückt ;)

Wohin mit alten Büchern?

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Bücher, CDs und DVDs nimmt z.B. der Berliner Büchertisch

Bücher kriegt man recht gut los, man kann aus vielen Organisationen auswählen. In Berlin habe ich mich für den Berliner Büchertisch entschieden, deren Vision es ist, dass sich Lesen jeder leisten können sollte. Sie unterstützen soziale Einrichtungen, unterhalten Buchverschenkregale und wollen Kindern den Zugang zum Lesen erleichtern. Das finde ich in Zeiten von Computerspielwahnsinn eine echt gute Sache! Ach ja, der Berliner Büchertisch holt ab 3 Kisten auch an der Haustür ab und nimmt neben Büchern auch Hörbücher, CDs und Schallplatten mit. Die werden zwar teilweise verkauft, das Geld wird allerdings wiederum in den Büchertisch gesteckt.

Tipp Kochbücher wird man in großen Mietshäusern ganz fix los, wenn man sie unten in den Hauseingang mit dem Hinweis „zu verschenken“ aufstellt. Meine waren innerhalb von nur 2 Stunden alle weg.

Im Magen liegen mir jetzt nur noch die schönen, aber staubfangenden Bildbände über Kunst, Musik, Fotografie und Mode der 60s, sowie diverse Ausstellungskataloge, die ich dringend haben musste und nur einmal durchgesehen habe… jammer! Da muss ich noch eine Lösung finden, die weder Amazon noch Ebay heißt. Jemand ne Idee?

CDs und Platten

Eine Zeit lang hatte ich den Faible, mir Alben sowohl auf Vinyl als auch CD zu kaufen, letzteres, damit die Platte nicht (noch mehr) zerkratzt. Ja, ich weiß…, gestatten, Schneider, Vintage-Nerd! Seit einigen Jahren kann man sich ja nun mittels eines Codes die Musik digital und legal auf seinen Computer herunterladen, wenn man eine Platte kauft, somit ist das überquellende CD-Regal dann vor Sammel-Wahnsinn sicher. Als wir dann auch noch festgestellt haben, dass wir die CDs, die wir noch hören ohnehin längst auf dem Rechner haben (wer bei Amazon kauft, hat die Musik übrigens meist auch digital zum Download auf der Amazon-Cloud verfügbar), kam the Män auf die Idee mal nachzusehen, ob man sich strafbar macht, wenn man die Tonträger weg gibt oder verkauft, die Musik aber weiterhin auf dem Rechner behält.

Und jetzt wird’s interessant…, unglaublicherweise darf man Musik ohne den entsprechenden Original Tonträger besitzen, aber nicht weitergeben! Das ist so wie man ein Buch, das man schon gelesen hat im Kopf behält, auch wenn man es weiter gibt (kleiner Scherz am Rande). Tatsächlich zahlen wir alle beim PC- oder Medien-Kauf schon Geld dafür! Laut Wiki  bekommen „Urheber und Verwerter“, ich zitiere: …15,20 Euro für einen PC, 36 Euro für ein Touchscreen Mobiltelefon mit 8 GB oder mehr Speicherkapazität und 34 bzw. 39 Euro für ein TV-Gerät bzw. DVD-Rekorder mit Festplatte…; s. dazu auch Wikipedia über Privatkopien.

Gut zu wissen In Deutschland ist es legal, sich eine Privatkopie von Original-CDs ohne Kopierschutz für rein private Zwecke zu erstellen, selbst wenn man diese Original-CD nur ausgeliehen hat bzw. sie später verkauft. Diese Kopie darf man fortan für sich selbst nutzen, aber nicht zugänglich machen oder weitergeben. Mehr dazu findestest du im § 53 Abs. 1 – 3 des Deutschen UrhG, auf dem YouTube Kanal der Anwaltskanzlei WBS sowie im Artikel Alte CDs verkaufen – Kopien legal behalten? auf Ichkaufsab.de.

Don’t be an arse, support the artist!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal deutlich darauf hinweisen, dass es mir bei dieser Info nur ums Ausmisten und Platzsparen, nicht ums Verarschen des Gesetzes oder der Urheber geht! Ich halte illegales Kopieren und Weitergeben von künstlerischen Inhalten für absolut beschämend! Wenn man einen Künstler mag, sollte man ihn unterstützen, denn er macht nicht den ganzen Tag nichts oder frönt fett seinem Hobby, er hat Ideen und den Mut sie umzusetzen und nur ganz selten den Erfolg, den er dafür verdient. Ich kaufe grundsätzlich die Musik, die ich höre, bin aber glücklich darüber, mir keinen Staubfänger mehr ins Regal stellen zu müssen, wenn es nicht absolut notwendig ist (die CD also einen Kopierschutz hat).

Wohin mit CDs, DVDs, Schallplatten

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Der Män verkauft bei Discoqs Platten

Wir  verkaufen seltene Platten und einige wenige CDs auf Discogs, was dort nicht geht, spenden wir dem Berliner Büchertisch. Manche DVDs kriegt man auf Amazon los, aber das muss sich dann auch lohnen, denn die nehmen ziemlich viel Gebühren. Ich persönlich verschenke sie dann lieber.

Stoffe, Wolle, auch Reste

Wer sich gerne kreativ betätigt, wird wissen, dass Minimalismus an dieser Stelle so gut wie unmöglich ist. Ich habe mir zwar schon voriges Jahr angewöhnt, Stoffe und Wolle nur dann neu anzuschaffen, wenn ich genau weiß, was ich daraus machen möchte, aber hie und da wandert dann doch noch mal ein Stöffchen in den Warenkorb, weil es einfach zu schön zum Liegenlassen ist. Ich möchte aber unterstreichen, dass ich mich in der Beziehung wirklich sehr gebessert habe! Mein Stoffvorrat ist zwar noch immer üppig, aber lange nicht mehr so feist wie einst. Jetzt, wo ich die „werd ich im Leben nicht nähen oder anziehen“-Kandidaten letzte Woche aussortiert habe, gibt es in den Regalen meines schönen Schneidetisches sogar Luft!

Bei der Wolle gab es bis letzten Montag noch das Problem, dass meine Mom ja mal ein Handarbeitsgeschäft hatte. Das ist inzwischen zig Jahre her, aber Wollreste haben wir alle immer noch zuhause. Viele. Viel zuviele! Eine liebe Leserin, Julia, hat in ihrem informativen Kommentar zum erste Finding Zen Post Möglichkeiten aufgezählt, wo man in Bayern gut Dinge los wird und ich habe versucht, ähnliches in Berlin zu finden, dabei aber mein Augenmerk vor allem auf Hilfe für Tiere gerichtet. Und siehe da, ich habe die wahnsinnig nette Anne Fünfstück vom Tierhilfsnetzwerk Europa gefunden, die letzten Montag 4 Kisten voller zukünftiger Projekte bei mir zuhause (!) abgeholt hat.

Wohin mit Wolle, Stoffen, auch Reste und Bastelmaterial

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Das Tierhilfsnetzwerk Europa sammelt Wolle, Stoffe, Schmuckutensilien und vieles mehr

Wenn ihr Wolle und Stoffe, auch angefangene Knäuel und Reste, sowie Schmuckutensilien und Bastelkram zuviel habt und nicht wisst wohin damit, dann klickt euch mal beim Tierhilfsnetzwerk in den Beitrag Wir sammeln Wolle, Stoffe, Schmuckutensilien und vieles mehr. Dort findet ihr eine Liste mit verschiedenen Namen aus verschiedenen Bundesländern, die alle wie Anne Fünfstück Reste sammeln, um daraus etwas für Tiere und Tierfreunde zu gestalten. Ich habe ihr einfach eine Mail geschrieben und alles andere ging dann von ganz alleine :)

Spenden statt Wegwerfen allgemein

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Der BSR unterhält eine Liste mit Organisationen, die noch schöne Stücke besser verwerten können als die Müllpresse

In Berlin bin ich außerdem bei der BSR auf die Seite Spenden statt Wegwerfen gestoßen. Dort finden sich zahlreiche Adressen mit genauen Angaben, was wie und wo genommen wird. Auch auf Berlin.de gibt es eine solche Liste. Wenn ihr nicht wisst wohin mit eurem Zeug, findet ihr solche Listen bestimmt auch für euer Bundesland bzw. auf der Seite eures Abfallentsorgers.

 Soweit von mir. Wie weit seid Ihr gekommen?

 



Schwatz Katz

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8 Kommentare

  1. Julia sagt

    Hallo Jasmin,

    das ist super. Ich finde es toll, dass es so engagierte Menschen gibt. Schön, dass du mit deinen Woll- und Stoffresten noch Tieren helfen konntest!

    Liebe Grüße Julia

  2. Hallo Jasmin

    zum Thema Wolle: Ich hatte 3 grosse Unterbettkommoden voll mit Wollresten. Also nicht nur Reste, aber eben viel.
    Nun habe ich einen Riesenhaufen mit allen rot/Orange-Tönen gemacht und häkle mit einer 20er Häkelnadel und immer so 6-10 Fäden (je nach Dicke) einen runden Teppich. Alles so schöne Warmtöne :-) Und wenn die Wolle alle ist, ist der Teppich fertig. Ich habe ncoh etwa 8 Knäule, aber die gehen jetzt ratzfatz weg, da ich ja eben viel-fädrig häkle.
    So sind alle orange-roten Reste weg.

    Das Gleiche habe ich mit allen crem-weiss-braunen Wolleresten gemacht, nur daraus wurde dann ein Sitzsack, worin dann witzigerweise alle überflüssigen Kissen, Decken, Plüschis und so weiter Platz gefunden haben und nun das WG-Zimmer unserer Tochter behaglich sein lässt.

    Also, es geht!
    Nur mit den Stoffen, da tu ich mich schwer.. sehr.

    Bis dann, liebe Grüsse aus Bern, Heike

  3. Jasmin Schneider

    Oh wow, das ist ja eine super Idee!!!! Willst du mir dazu ein paar Fotos schicken? Die würde ich glatt im nächsten Post mit einbauen und dich als Urheberin natürlich erwähnen und, wenn du magst, auch gerne verlinken!? Haste Lust? :)

  4. Lilly sagt

    Hallo Jasmin
    Ich mach seit Anfang des Jahres eine ähnliche Challenge: jeden Tag trenne ich mich von einem Ding / einer Sache.
    Ich poste das auf Facebook und manchmal will es der Eine oder Andere haben, aber oft wird gespendet an die Berliner Obdachlosenhilfe (http://www.pfo-berlin.de), eine Sozialstation für Bedürftige Berliner (über BSR gefunden) und was mir sonst so einfällt. An meine Bücher bin ich erst wenig ran gegangen – aber da werden mir deine Tipps hilfreich sein :) Gerade war ich in Urlaub und da gab es im Hotel so ein Bücherregal wo ich meine Urlaubslektüre lassen konnte :)
    Ebay und Amazon meide ich auch – aber eBay Kleinanzeigen finde ich ganz sympathisch.

    Ich finde diese Aktion sehr erfrischen und erleichternd… man häuft einfach zu viel Unnützes an. Allerdings sieht man es meiner Wohnung auch noch nicht an :D
    Herzliche Grüsse und ich mag deinen Blog und deine Schreibweise sehr gern :)
    Lilly

  5. Jasmin Schneider

    SUPER! Danke, Lilly, für den Link, das wird mein neuer Favorit für Kleiderspenden! Perfekt :)

    Ich weiß, die Sache mit den Büchern ist hart, aber du solltest dir einfach klar darüber werden, welche dir tatsächlich „was bedeuten“ und welche dir nur gefallen haben. Die Bücher, die mir was bedeuten, sind ausgefranst, weil ich sie ständig wieder vorhole und darin lese. Die anderen stehen da „wie neu“, über JAHRE! Und das muss eben einfach nicht sein. Gute Bücher soll man lesen, nicht verstauben lassen ;)

    Viel Erfolg beim „Trennen“ und lieben Dank für deine netten Worte,
    Jasmin

  6. Léa sagt

    Hallo Jasmin,

    seit einer Woche bin auch ich am Ausmisten (erstmal Keller + Garage, bevor dann noch die Wohnung dran ist), und Dein Finding Zen Blog hat mich dabei sehr motiviert. Ich bin zwar noch nicht ganz fertig und habe es daher auch noch nicht ausprobiert, aber ich bin auf eine Flohmarkt App gestoßen, die ich bald mal testen werde: shpock. Vielleicht ist das ja auch eine Alternative zu amazon, ebay oder spenden.

    Viele Grüße aus SB,
    Léa

  7. Jasmin Schneider

    Hi Léa,
    aus SB? Schön! Tach ;)
    Die shpock App hatte ich auch mal, aber damals war noch nicht so viel los damit. Ich schau sie mir auch nochmal an, danke für den Tipp und viel Spaß beim Misten! Ich habe derzeit gerade ein Mist-Tief, komme aber langsam wieder zu mir. Bald geht es auch weiter mit der Finding Zen Serie.
    LG,
    Jasmin

  8. Fast ein Jahr später stoße ich auf Deinen Blogbeitrag. Immer noch so aktuell wie vor einem Jahr. Meine Nachbarin hat mir Anfang des Jahres „Magic Cleaning“ in die Hand gedrückt, ich habe es innerhalb von 24 Stunden ausgelesen und brenne darauf, unsere Wohnung Zen-mäßig auszumisten. Bald hab ich Zeit, dann geh ich’s an. Beim Lesen ist mir bewusst geworden, was auch Du oben ansprichst: Ich habe viele, viele, viele Bücher, vor allem einen Haufen aus meiner Zeit als Wissenschafterin. Die wenigsten davon wirklich gelesen. Die stehen eigentlich nur mehr aus einem Grund im Bücherregal: Damit die Menschen, die zu Besuch kommen, sich denken: Das muss aber eine gescheite Frau sein, wenn sie so viele gescheite Bücher besitzt. ;-) Selbsterkenntnis, wie heißt es so schön… Von all diesen Büchern (und ganz viel Kleidung, und ganz viel Krepel) werde ich mich im kommenden halben Jahr trennen. Und ich freu mich schon sehr, sehr, sehr darauf, wenn hier weniger rumsteht und mehr Luft ist. lg, Gabi

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